2. Februar 2015

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Wir Muslime beginnen jede Rede mit dem Dank an Allah und dem Segenswunsch (salavat) auf den letzten Propheten Muhammed a.s., seine Familie und seine Gefährten.

Wie jeder Muslim zu Beginn des XXI Jahrhunderts, um nicht prinzipiell der Unterstützung des Terrorismus beschuldigt zu werden, verurteile ich auf das schärfste den sogenannten Terroranschlag auf das Magazin Charlie Hebdo, wer auch immer sie begangen hat und wer auch immer dahinter stand. Allen Anzeichen zu folge ereignete sich in Paris eine blutige Gewalttat. Ob diese Gewalttat als Terroranschlag bezeichnet werden kann, bleibt offen. Um einen Gewaltakt als terroristisch zu klassifizieren, nach international anerkannten

Kriterien, folgt aus einer bestimmten Organisation oder staatlichen Struktur, die Absicht Angst (Terror) zu säen, gegenüber unbekannten Personen eines Kollektivs zwecks festliegender Ziele. Das bedeutet, dass Terroranschläge die von Einzelnen auf eine bestimmte Organisation oder staatliche Struktur verübt werden, als solche nicht eingestuft werden können, sondern als Attentat, Liquidation oder als Straftat behandelt werden können. Die Gewalt aus dem gegenseitigen Konflikt von Organisationen und Institutionen werden auf gleicher Weise betrachtet, während Konflikte zwischen Staaten oder Völker als

Kriege betrachtet werden. Die Klassifizierung eines Attentats stellt eine innere Angelegenheit eines Landes und des Täters dar, unabhängig davon ob es sich um ein Individuum oder eine Gruppe handelt.

Der Angriff auf Charlie Hebdo kann nicht aus einer Sicht betrachtet zu werden, es ist notwendig ihn aus mehreren Aspekten zu beleuchten, da die Ursachen und Folgen zu kompliziert für eine schwarz-weiße, einheitliche Auffassung sind. Zwar ist es ein brutaler Akt mit tragischen Folgen für das Leben von zwölf Personen gewesen, jedoch wäre es naiv dies als fanatischen Terrorismus zu akzeptieren, ohne dabei die Interessensfaktoren des Attentats oder terroristischen Akts zu berücksichtigen. Deshalb verlangt der Angriff auf Charlie Hebdo Beachtung aus vreschiedenen Eckpunkten, um Aufschluss über dieses Ereignis aufzuzeigen, dass sich kürzlich in Paris ereignet hat.

Islam und Gewalt

Keine andere Religion oder Weltansicht verurteilt Gewalt so streng wie der Islam. Die Haltung des Islam zur Gewalt wird in vielen Versen und Hadithen definiert. Unter anderem heißt es im Heiligen Kur’an: Wenn irgendeiner einen Menschen tötet – es sei denn als (als Strafe) für Mord oder für Verbreiten von Verderbnis auf Erden -, es sein soll, als ob er alle Menschheit getötet hätte; während, wenn irgendeiner ein Leben rettet, es sein soll, als ob er aller Menschheit das Leben gerettet hätte. (El-Maide, 32)

Das ist die Botschaft des ursprünglichen Wort Gottes – wer an diese nicht glaubt ist kein Muslim. Wir Muslime haben diesen Wert in den Herzen und Bewusstsein verinnerlicht und respektieren diesen durch unsere Handlungen. Nun, wer kann demnach die Religion des Islam des Terrorismus oder einer anderen Form von Gewalt beschuldigen!?

Deshalb bitte ich diejenigen, die den Islam und die Muslime nicht beleidigen wollen, knüpfen Sie nicht den Terrorismus mit dem Islam an, ob Politiker, Journalisten oder Analysten. Benutzen Sie keine Ausdrücke wie den islamischen Terrorismus, radikaler Islamismus, Dschihadismus und dergleichen. Es genügen die Bezeichnungen Terrorismus, Radikalismus, Fanatismus, Extremismus und ähnliches.

Nach der Lehre des islamischen Gesetzes (Sharia) kann Gewalt nur angewendet werden, wenn ein gültiges Urteil eines legalen und legitimen Gerichts vorliegt, im Krieg, sowie in der Selbstverteidigung, und das auch nur nach sehr genau definierten Vorschriften.

Meinungsfreiheit oder Hassreden

Die blasphemischen Karikaturen von Charlie Hebdo und ähnlichen Magazinen rechtfertigen sich mit einer der wertvollsten Errungenschaften der westlichen Zivilisation, bekannt als Meinungsfreiheit oder Medienfreiheit. Es besteht kein Zweifel daran, dass Freiheit eine existenzielle Modalität darstellt und eine der höchsten Werte des Menschen ist, sowie es unbestreitbar ist, dass inkonsistente und grenzenlose Freiheit des einen unweigerlich zur

Unterdrückung der Pfeiler der göttlichen Prinzipien der Freiheit führt und daher zu

Einschränkungen und Rechtlosigkeit des anderen. Deshalb sind die westlichen

Rechtstheoretiker zu einer Übereinkunft gekommen, dass die Freiheit eines Menschen bis zur Grenze der Freiheit eines anderen Menschen reicht, dies ist für den Islam als eine der möglichen Dispositionen akzeptabel mit der zwischenmenschliche Beziehungen geregelt werden. Nach dem islamischen Konzept erstreckt sich die Freiheit von der Grenze des Verbotenen zum Wirklichen und prinzipiell offenen Raum, dass wahre Menschlichkeit kennzeichnet und spiegelt sich in der Verantwortung für alle drei Richtungen der möglichen Beziehungen: die Beziehung zu Gott, die Beziehung zu sich selbst und die Beziehung zu anderen. Dieses Konzept ist nur annehmbar in einem gerechten System, weil es die Gesamtheit repräsentiert, dies bedeutet, dass der Verstoß gegen eine dieser Relationen unweigerlich zur Verletzung der beiden anderen führt, mit Ausnahme der Beziehung vor Gott, die man ausschließlich vor Ihm verantworten muss. Für die Beziehung zu sich sind vor einem selbst und vor Gott zu verantworten, für die Beziehung zu anderen wird die Verantwortung vor menschlicher Gerechtigkeit getragen, vor sich selbst und vor

Gott sowieso. Dieser Rechtsapparat innerhalb des Menschen sorgt dafür, dass

Verantwortung individuell übernommen wird, unter dieser Strenge berücksichtigt er was er denkt, was er vor anderen sagen wird und alles was er tut, aus dem erschließt sich das weder jemand die Verantwortung eines anderen übernehmen kann, noch dass er seine Verantwortung auf einen anderen übertragen kann.

Deshalb kann Freiheit ohne festgelegter und prinzipieller Grenzen zur Abweichung der

Gerechtigkeit und einer fehlerhaften sozialen Organisation und damit zu Anarchie und

Unordnung. Um nicht in so eine prekäre Lage zu geraten und um die Harmonie und das Gleichgewicht der zwischenmenschlichen Beziehungen zu bewahren, wird die Gesellschaft durch Gesetze geregelt, die die Grenzen und Rechte der Freiheit definieren.

Jede Gemeinschaft hat Symbole, Werte und präzise Anwendungen dieser, banal gesagt werden solche Gemeinschaften als eine Zusammenkunft von Leuten ohne vorhersehbares Verhalten betrachtet. Das heutige geopolitische System und die Grenzspaltungen in der Welt sind beispiellos in der multiethischen und multikulturellen Realität, dies macht es zwingend notwendig und zur menschlichen Pflicht zur Verbreitung des Bewusstseins zur Koexistenz. In vielen europäischen Ländern ist Gotteslästerung rechtlich geregelt, indem die Beleidigung von Heiligtümern, Personen oder Gruppen eingeschränkt wurde. Dort wo Fragen rechtlich nicht geregelt wurden, ist es schwierig festzulegen ob es sich um Meinungsfreiheit oder Hassrede handelt, sicher ist jedoch, dass alles was Hass hervorruft, nicht als Meinungsfreiheit gelten kann.

Rolle der Medien

Eine der grundlegenden Regeln der Medien ist, dass sie selbst kein Ereignis oder Nachricht erzeugen. Dies ist ein international anerkannter Grundsatz, sonst wären die Auswirkungen solcher Medien für ein System nicht tragbar. Die erste und die letzte Rolle der Medien ist die unparteiische Information der Öffentlichkeit über ein Ereignis. Wenn es unterschiedliche Sichtweisen auf ein bestimmtes Ereignis gibt, so sind die Medien verpflichtet, alle Ansichten darzulegen, seien es Nachrichten oder Analysen. Auf jeden Fall stellt die Objektivität von Informationen und analytischen Auslegungen der Ereignisse und Phänomene eine wesentliche Determinante der ethischen und professionellen Qualität von Medien. Ohne Zweifel hat Charlie Hebdo weder informiert noch objektiv analysiert, sondern lediglich Nachrichten und Ereignisse produziert, genauer noch, ein Ereignis mit tragischen Folgen.

Der erste der jubelte

Der erste Schritt bei der Untersuchung von Kriminalfällen ist die Klärung der Frage in welchem Interesse das Verbrechen begangen wurde. Auf die Antwort kommt man in der Regel durch das feststellen des Motivs und schließlich durch den Schuldigen der illegalen Handlung.

Als die Welt von dem schrecklichen Ereignis in Paris erfuhr, bin ich mir sicher dass sich die Muslime, insbesondere die praktizierenden die mehr Verantwortung tragen, keineswegs erfreut waren. Die Aussage des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu ähnelte einem Jubel. Mit der Verurteilung der schrecklichen Verbrechen, rief er die ganze zivilisierte Welt auf, sich der retrograden Kräfte zu widersetzen, die Terror in Israel und Europa säen. In Folge von manchen größeren politischen Entscheidungen und dem Auftreten von Führern der bedeutendsten Länder weltweit, die nicht Netanyahus Einladung zum Lynchen anderer gefolgt sind, vielleicht können wir auch die Ursache des terroristischen Aktes ahnen. Apropos, es wäre zu naiv zu vergessen, dass das französische Parlament kürzlich eine Empfehlung für die Anerkennung eines palästinensischen Staates ausgesprochen hat, dies muss nicht unbedingt etwas dem Fall zu tun haben, aber es sollte nicht außer Acht gelassen werden. Ist es Zufall, dass Charlie Hebdo, der nur einen Monat vor den Anschlägen in den Besitz der berühmten jüdischen Familie Rothschild genommen wurde, und oft christliche und muslimische Werte und Autoritäten verspottete, nie aber jüdische Werte und insbesondere nicht den Propheten Moses (Musa) verletzten, was für uns Muslime auch äußerst beleidigend wäre?

Ist es Zufall, dass dieser Anschlag einige Wochen nach den Äußerungen der Kanzlerin Merkel folgt, die mit den härtesten Worten die rechten Organisationen die sich gegen Muslime und Ausländer in Dresden und in anderen Teilen Deutschlands richten, kritisierte? Es ist offensichtlich, dass die politischen Ideologien in Europa ihren Sinn verlieren, dies zeichnet sich negativ auf ihre Leistungsfähigkeit und Einstellungen ab, ohne ernsthafte Gegner seit dem Fall der Berliner Mauer.

Eine Antwort auf den Zusammenhang zwischen dem Angriff und diesen Fragen, wird man erst in der Zukunft erhalten.

Was sich tatsächlich ereignet hat

In Anbetracht dessen, was ich alles über die Glaubwürdigkeit der Zentren der politischen Macht und Medien im Westen weiß, fand ich keine ernsthaften Anhaltspunkte um den offiziellen Informationen der französischen Behörden und Medien bezüglich der Ereignisse in Paris, glauben. Nimmt man irgendein wichtiges Ereignis, dass sich in naher oder ferner Vergangenheit im Westen oder im Interesse des Westens ereignet hat, stellt man mit ein wenig Mühe und Einsicht fest, dass all diese Ereignisse zwangsläufig mit einer hohen Dosis an Heuchelei verbunden sind. Wenn dem so ist – und das ist so, warum sollten wir glauben, dass es so war wie sie es sagen.

In letzter Zeit scheint die Arroganz in Begleitung von Heuchelei so groß zu sein, dass sie keine Antworten auf offene Fragen zulassen, unabhängig von den offensichtlichen Widersprüchen.

Auf der Videoaufnahme, die in den ersten Tagen nach dem Angriff zu sehen war, weisen viele Details darauf hin, dass der Angriff in Paris durch professionelle Regie der

Geheimdienste geführt wurde. Wer und für wen, wie in vielen wichtigen Ereignissen, bleibt zu erforschen.

Ist es nicht seltsam, dass ein gut ausgebildeter Terrorist, der zwölf Menschen getötet und entkommen ist, seinen Personalausweis am Tatort vergisst?

Es ist schwierig auch die Frage außer Acht zulassen, warum die Medien keine Aufnahmen oder Bilder der zwölf massakrierten Leichen gezeigt haben.

Für uns Muslime sind die Daten die an die Öffentlichkeit durchgesickert sind nicht entscheidend für unser prinzipielles Urteil über Verbrechen, weil Verbrechen, egal von welcher Seite es begangen wird, geschehen immer durch das Treten von heiligen

Prinzipien, was sehr beunruhigend ist. Sei es ein blutiges Attentat eines Einzelnen, die Tat von Menschen mit französischer Staatsbürgerschaft, so ist die Pflicht Frankreichs dass die zuständigen Behörden die Verantwortung der Beleuchtung dieses Ereignisses übernehmen mit dem Ziel Wahrheit und in dem Interesse der zu schaden gekommenen Personen. Wenn es um Terrorismus geht, so zeigen einige Tatsachen die erwähnt wurden, dass es sich womöglich um Terrorismus handelt, aber ohne muslimischen Hintergrund, genauer gesagt von denen die in diesen Tagen die lautesten waren. Wenn es wirklich so ist, dann ist es schrecklich!

ISIL oder Al Kaida

Die erste Nachricht lautete, dass die Repräsentanten der Organisation islamischer Staat Irak und Levante die Verantwortung für das Verbrechen in Paris übernehmen, damit, so schien es, wurde der Kreis geschlossen und die Antwort für den Schuldigen erhalten. Nur wenige Tage später, was in gewisser Weise eine tragische Komik in sich birgt, bekommen wir die Nachricht, begleitet von Videomaterial, in dem ein Vertreter der Al Kaida aus Jemen, im Namen seiner Organisation, die volle Verantwortung für den Anschlag in Paris übernimmt. Diejenigen, die mit dem Verhältnis der beiden Organisationen vertraut sind können es sich nicht einmal denken, dass diese beiden den Angriff in Zusammenarbeit durchgeführt haben, weil sie seit langem verfeindet sind. Wie groß die Verantwortung der beiden ernst und valide ist, wem dies zusagt und wie sich das alles zusammenfügen wird, kann noch nicht genau gesagt werden. Jedoch erschließt sich daraus, dass nicht einmal im primitivsten Rechtssystem, die beiden Hälften für das gleiche Verbrechen zur Rechenschaft gezogen werden können. Mit Sicherheit steht dieser Terror für ein Interesse auf globaler Ebene. Der Terror gegen die Menschen, Terror gegen Muslime, Terror gegen einzelne und Gemeinschaften die anders denken, sowie allen heiligen Prinzipien steht alles nicht im Interesse der Muslime.

Und die Frage ISIL oder Al Kaida steht noch immer offen? Wenn es beide nicht gewesen sind, vielleicht waren es die einen, oder doch die anderen, vielleicht waren es weder die einen noch die anderen. In beiden Fällen kann es wahr oder unwahr sein.

Der Selbstmord des Ermittlers

Nur wenige Tage nach dem Anschlag in Paris habe ich in den Nachrichten gelesen, dass der

Polizeipräsident Herlic Fredou, der verantwortlich für die Ermittlungsarbeiten im Zusammenhang mit dem Angriff in Paris war, Selbstmord in seinem Büro begangen hat. In einer kurzen und am Rande veröffentlichten Meldung wird die Tat mit der seit längerem andauernden chronischen Depression des Kommissars Fredou erklärt. Ist es möglich das Bewusstsein so niedrig zu halten und es hinzu nehmen, dass die Ermittlungen einer der schrecklichsten Terroranschläge einem Ermittler mit chronischer Depression zugeteilt wird, der wie gesagt wird, es nicht ertragen konnte was er gesehen hat und daraufhin sich selbst tötete. Diese Nachricht sickerte absichtlich an die Öffentlichkeit durch, es wurde noch nicht bestätigt ob es Selbstmord war oder eine Drohung, dass alle Gegner dieser hysterischen Kampagne gegen Muslime, innerhalb des europäischen westlichen Denkens, terrorisiert werden können, dass zum Terror gegen Muslimen und anderen Bürgern europaweit führt, so dass Islamophobe die Gegener innerhalb der eigenen Kreise nicht schützen könnten. Ich weiß nicht ob wir jemals die Antwort erhalten werden, was Fredou überhaupt etwas gesehen hat, oder ob er so gesehen hat, wie es seinen Vorgesetzten nicht gepasst hat.

Multi-Millionen Auflage

Ist es möglich sich vorzustellen, wie sich der Herausgeber des Charlie Hebdo fühlt, nach der Tatsache dass zwölf seiner Kollegen brutal ermordet wurden, weil sie mit Karikaturen die Gefühle der Muslime beleidigten, mit dem Karikieren von Muhammed a.s. Aus welchem Material besteht dieser Mensch, der es geschafft hat den Mut und Trotz zu sammeln, und das auf der Titelseite der ersten Ausgabe nach der Tragödie, die Karikatur von Allahs Propheten zu veröffentlichen, sich den gnadenlosen Terroristen zu widersetzen und wieder negative Emotionen der eineinhalb Milliarden Muslime hervor zu rufen. Es wäre zu viel von einem Freidenker zu erwarten so etwas zu glauben. Es ist wahr, der Redakteur von Charlie Hebdo hat bei der Pressekonferenz unter Tränen die Titelseite der aktuellen Ausgabe angekündigt. Um welche Tränen handelt es sich hier?

Der Effekt dieses blutigen Stücks ist der Traum eines jeden Printmediums in der heutigen Welt, die Auflage von 30.000 auf 5.000.000 Exemplare zu erhöhen. Egal wie morbide es klingen mag, aber mein freier Geist erlaubt mir nicht, dass ich mich davon beeindrucken lasse ein Zeitgenosse dieses blutigen Theaterstücks gewesen zu sein.

Die Bürger und die anderen

Eines der grundlegenden schriftlichen Merkmale des römischen Reiches ist, dass das Reich seine Grenzen, sein Volk und seine Kunst verteidigt. Das war eine globale

Regulierungsbehörde eines großflächigen Imperiums mit multiethischer Zusammensetzung, wo ein Bürger des Imperiums mehr Vorteile hat als ein anderer Bürger. Allerdings war die interne Kontrolle des Reiches die Klassenspaltung und zwar auf die freien Bürger Roms mit garantierten bestimmten Rechten und Sklaven die ein Teil des Reiches waren, jedoch nicht die gleichen Rechte hatten, besser gesagt, die keine Rechte hatten. Diese Form der legalisierten Diskriminierung können wir als logisch für ein antikes Imperium, das sich chronologisch ausdehnt bis ins Mittelalter. Aber wenn wir tiefer unter die heutige verbale Pracht blicken, die nur so wuchert von Gleichheit, Demokratie und Menschenrechte, werden wir einsehen müssen, dass sich die westliche Zivilisation ethisch nicht weit bewegt hat vom römischen Vorgänger. An das erinnern uns die rohen Reaktionen auf den blutigen Anschlag in Paris. Ein Millionen Protestzug, angeführt von zahlreichen Staatsmännern in Paris, sowie der einheitliche Entschluss der fortschrittlichen Welt gegen den Terrorismus, nur für den oberflächlichen Betrachter wirken diese ethische Werte und Mut, dass man sich nicht dem faschistischen Terror beugt. Vielleicht wäre das auch so, wenn nicht am gleichen Tag mehr als 30 Kinder in Jemen getötet worden wären, und dass nur wenige Tage zu vor nicht über 100 Kinder in Pakistan getötet wurden, und dass in den letzten Jahren nicht mehr als eine Million Menschen im Irak und Syrien getötet wurden, und dass nicht Kinder und unschuldige Menschen von Gaza in Palästina getötet wurden, und das alles wegen der Teilnahme oder dem Segen dieser westlichen Welt. In Zentralafrika und Maynmar werden tausende Menschen getötet nur weil sie Muslime sind, aber man hört keine Stimme des Protestes, geschweige denn die Identifikation mit diesen unschuldigen Opfern.

Wenn Heuchelei die herrschende Ideologie des Westens ist, um zu überleben, werden wohl die Medien, die Wirtschaft und die militärische Maschinerie nicht dazu ausreichen.

Wer ist der nächste

Eine der wichtigsten Auswirkungen dieser Angriffe ist es ein günstiges Umfeld zu schaffen für eine breite Front gegen den Islam und die Muslime. Nach den Ereignissen dieser Art, entsteht das Bedürfnis nach der Zerstörung noch eines muslimischen Landes im Nahen Osten, insbesondere wenn sich dieses entlang eine Ölquelle oder sonstigen Energiequellen erstreckt.

Nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo in Paris wird es wohl kaum eine Opposition geben gegen eine militärische Beteiligung französischer Streitkräfte bei Militäreinsätzen in muslimischen Ländern, unter dem Vorwand, es sei notwendig im unerbittlichen Kampf gegen den Terrorismus.

Folgt man dieser Logik, fällt es nicht schwer anzunehmen, dass das nächste Ziel mit ähnlichen Terroraktionen Berlin oder Rom sein könnten.

Ethischer und geistiger Hintergrund des Karikierens des Propheten a.s.

Die schlimmsten Demütigungen eines Götzendieners, ohne seinen Gefährten zu erlauben zu reagieren, sagte Muhammed a.s.: „Lasst ihn, er spricht über sich selbst“. Nach den Lehren des Islam wurde Resulallah a.s. wurde mit dem sefa’at erwählt – um sich aller Gläubigen anzunehmen, dies stellt eine eigene Macht des Schutzes dar. Dies bedeutet, dass der Prophet keinen Schutz von uns benötigt. Der Erhabene Allah garantiert den Schutz des Kur’an. Muhammed a.s. ist nach den sahih Überlieferungen der lebende Kur’an, somit bezieht sich Allahs Garantie auch auf ihn.

Die Karikatur mit der man über das Wesen von Allahs liebsten Menschen spottet, stellen ein schreckliches Bild der Seelen der Karikaturisten dar, irrend in der Dunkelheit des geistigen und moralischen Wahns, veranschaulichen sie unbewusst ihr entstelltes Gesicht.

Warum ich nicht Charlie Hebdo bin und ich es nicht sein kann

Obwohl die Satire eine anerkannte und bekannte Art des künstlerischen Ausdrucks ist, so ist das Ziel das Aufmerksam machen auf bestimmte Merkmale, mein Islam erlaubt mir nicht, dass ich irgendjemanden auslache. Im Gegenteil, ein solcher Umgang mit anderen ist mir explizit verboten. In diesem Sinne sagt der Kur’an: „Und schmäht die nicht, welche sie statt Allah anrufen, sonst würden sie aus Groll ohne Wissen Allah schmähen.“ (ElEn’am, 108)

Auch wenn ich verstehen würde auf welche sozialen oder moralischen Anomalien das eine oder andere Magazin mit Karikatur aufmerksam machen will, so werde ich es nie verstehen unter welchen Vorwand die Gestalt und die Handlungen des letzten Propheten Allahs Muhammed s.a.v.s dem Gespött preisgegeben werden, dem die größten Feinde keine Kritik entgegen bringen konnten, geschweige denn Spott.

Die Hysterische Hetze gegen den Islam und die Muslime unter dem Vorwurf des sogenannten Terrorismus in Paris, hatte ein augenscheinliches, aber weniger bedeutenderes Ziel, rasches handeln und die Versklavung des Bewusstseins, selbst das der Liberalen, insbesondere der mutigen Muslime, mit den übergestülpten Parolen: Wir alle sind Charlie Hebdo. Aber das Hauptziel dieses Aufrufs „Wir alle sind Charlie Hebdo“ war de facto eine rechtliche Legitimierung zur Qualifikation von Terror, und nicht mit dem Akt des Attentats, das bedeutet, wenn wir alle zu Charlie Hebdo werden, ist der Schlag nicht gegen ein Subjekt, der sich was zu Schulden kommen ließ, gerichtet, sondern gegen eine Masse die zu Charlie Hebdo geworden ist. Unter einer beispiellosen Verhetzung haben sich viele Muslime – sei es aus Angst oder Unüberlegtheit, sei es die Tilgung der Rache die folgen könnte – dem Mantra „Ich bin Charlie“ hingegeben. Das sollte mit einer Verurteilung der Terroranschläge in Paris enden. Wenn es so war, bedeutete dies die Unterstützung der Blasphemie die dieses Blatt permanent verbreitete.

Deshalb bin ich nicht, und werde und kann nicht Charlie Hebdo sein, weil ich niemanden verletzten oder Hass hervor rufen will.

In meinem Leben habe ich nur einmal das Blutvergießen im Theater gesehen. Es war in einem Film über das Theater unter Hilters Herrschaft wo ein Zauberer während der Vorstellung einen Mann halbiert. Und so wurde bei jeder Vorstellung jemand halbiert vor applaudierendem Publikum, das den Zauberer bewunderte.

Wenn all das in Paris ein Theaterstück war, war die Regie sehr schlecht, und noch schlechter ausgeführt.

 

 

Mufti von Snadschak Muamer ef. Zukorlic.

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